Eine Schule wie eine kleine Stadt
In Neyagawa bei Osaka verbindet Kengo Kuma zwei Grundschulen und eine weiterführende Schule zu einem gemeinsamen Bildungsort. Statt eines großen monolithischen Baukörpers entsteht eine Architektur, die sich mit kleinen Häusern, Höfen und Zwischenräumen in die…

In Neyagawa bei Osaka verbindet Kengo Kuma zwei Grundschulen und eine weiterführende Schule zu einem gemeinsamen Bildungsort. Statt eines großen monolithischen Baukörpers entsteht eine Architektur, die sich mit kleinen Häusern, Höfen und Zwischenräumen in die Nachbarschaft einfügt.
Fast 20.000 Quadratmeter umfasst das neue Schulgebäude in Neyagawa. Auf den ersten Blick wirkt es jedoch deutlich kleiner: Kengo Kuma gliedert den großen Baukörper durch unterschiedlich hohe Dächer und Balkone in einzelne Volumen und orientiert sie an der umgebenden Straßenstruktur. So entsteht der Eindruck einer Ansammlung kleiner Häuser. Zwei Grundschulen und eine weiterführende Schule finden darin gemeinsam Platz.
Drei Schulen, ein gemeinsamer Hof
Die Grundschulbereiche und die Junior High School liegen einander entlang einer Nord Süd Achse gegenüber. Dazwischen und an der Westseite verbindet ein U förmiger Gebäudeteil die unterschiedlichen Bereiche. Im Zentrum entsteht ein geschützter Innenhof, der nicht nur den Schüler zur Verfügung steht, sondern auch für die Nachbarschaft geöffnet werden kann. Öffnungen in der den Hof umgebenden Fassade bringen Licht in diesen gemeinschaftlichen Raum und schaffen immer wieder neue Blickbeziehungen.
Auch im Inneren setzt sich das Prinzip der Verbindung fort. Ein großzügiges Learning Commons orientiert sich zu einem Atrium und besteht aus versetzt angeordneten Ebenen, die an die hügelige Landschaft der Umgebung erinnern. Die unterschiedlichen Höhen schaffen Sichtbeziehungen und zugleich kleinere Bereiche, in denen sich Schüler zurückziehen, lernen oder begegnen können.
Eine Schule ohne klassische Bibliothek
Besonders ungewöhnlich ist der Umgang mit Büchern: Statt einer abgeschlossenen Bibliothek verteilt Kengo Kuma Regale und Bücher über das gesamte Gebäude. Lernen und Lesen werden damit nicht an einen einzigen Raum gebunden, sondern Teil des alltäglichen Schulwegs. Die Architektur soll Neugier wecken und selbstständiges Entdecken fördern.
So wird aus dem großen Schulkomplex ein kleinteiliger Bildungsort, der verschiedene Altersstufen miteinander verbindet und sich zugleich für sein Umfeld öffnet. Kengo Kuma übersetzt die Größe der Aufgabe damit in eine Architektur, die eher an ein kleines Dorf als an eine klassische Schule erinnert.
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