Historischen Bauten haucht Holz neues Leben ein

Ein ehemaliges Klostergebäude im bayerischen Reimlingen wird derzeit schrittweise zu einem vielseitig genutzten Quartier weiterentwickelt. Ein zentraler Baustein dieses Transformationsprozesses ist die Aufstockung des Gebäudeteils „Alte Druckerei“. Innerhalb weniger Monate entstanden hier neue Wohnungen in…

3. Juli 2026
Schlosser Holzbau

Ein ehemaliges Klostergebäude im bayerischen Reimlingen wird derzeit schrittweise zu einem vielseitig genutzten Quartier weiterentwickelt. Ein zentraler Baustein dieses Transformationsprozesses ist die Aufstockung des Gebäudeteils „Alte Druckerei“. Innerhalb weniger Monate entstanden hier neue Wohnungen in serieller Holzbauweise. Das Projekt zeigt exemplarisch, wie bestehende Gebäudestrukturen ressourcenschonend weiterentwickelt und gleichzeitig dringend benötigter Wohnraum geschaffen werden kann. Zugleich verdeutlicht es, welches Potenzial in der Weiterentwicklung historischer Bausubstanz liegt. So entsteht zusätzlicher Wohnraum, ohne neue Flächen zu versiegeln.

Quartiersentwicklung im historischen Bestand
Das rund 2,5 ha große Areal des ehemaligen Klosters der Mariannhiller Missionare wird zu einem Quartier mit unterschiedlichen Nutzungen umgebaut. Neben neuen Wohnungen entstehen hier auch Einrichtungen der Nahversorgung sowie medizinische Angebote. Im Gebäudeteil „Alte Druckerei“ wurden insgesamt 43 Wohnungen realisiert. Davon entstanden 23 Einheiten als zwei- bis dreigeschossige Aufstockung vollständig in Holzbauweise. Die seriell gefertigten Bauteile wurden unter kontrollierten Bedingungen vorproduziert und anschließend auf der Baustelle montiert. So ließ sich die Bauzeit erheblich verkürzen. Das Projekt verbindet historische Gebäudestrukturen mit neuen Wohnformen und erweitert den Bestand behutsam um zusätzlichen Raum.

Serielle Aufstockung im Holzbau für mehr Wohnraum

Die Module für Wände, Decken und Dach wurden in der Produktionshalle vorgefertigt und anschließend auf den bestehenden Baukörper gesetzt. Der hohe Vorfertigungsgrad ermöglichte präzise Bauabläufe und reduzierte Emissionen auf der Baustelle. Bei Aufstockungen im Bestand spielen Statik, Bauphysik und Brandschutz eine zentrale Rolle und wurden frühzeitig berücksichtigt. Die Holzbauweise bietet Vorteile: Ihr geringes Eigengewicht entlastet die vorhandene Struktur und ermöglicht zugleich flexible Grundrisse.

Zusammenarbeit als Schlüssel zum Erfolg des Bauprojekts

Realisiert wurde die Aufstockung von Schlosser Holzbau, die die Bauteile vorfertigten und montierten. Insgesamt wurden über 775 t CO₂ langfristig im Holz gebunden. Eine naturbelassene Lärchenschalung prägt die äußere Erscheinung der neuen Geschosse.

Die Quartiersentwicklung umfasst neben Wohnungen auch weitere Nutzungen wie eine Bankfiliale, ein Ärztehaus, einen ambulanten Pflegedienst sowie einen SB-Supermarkt. Mehrere dieser Einrichtungen sind bereits in Betrieb, weitere Bauabschnitte mit zusätzlichen Wohnungen und Gewerbeeinheiten sind geplant. Das Projekt zeigt, welches Potenzial in der Aufstockung bestehender Gebäude liegt: Serielle Bauweisen verkürzen Bauzeiten, schonen Ressourcen und schaffen zusätzlichen Wohnraum ohne neue Flächen zu versiegeln.

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