Frust durch fehlende Schule: Bewohner bitten Putin um Hilfe aus China

Irkutsk. Seit Jahren warten die Bewohner der sibirischen Vorstadt Berjosowy auf eine dringend benötigte Schule. Weil das Bauprojekt trotz früherer Zusagen nicht vorankommt und die Finanzierung weiter unklar bleibt, haben sich die Einwohner nun mit…

9. Juni 2026
pila488 auf Pixabay

Irkutsk. Seit Jahren warten die Bewohner der sibirischen Vorstadt Berjosowy auf eine dringend benötigte Schule. Weil das Bauprojekt trotz früherer Zusagen nicht vorankommt und die Finanzierung weiter unklar bleibt, haben sich die Einwohner nun mit einem ungewöhnlichen Vorschlag an den russischen Präsidenten Wladimir Putin gewandt: Er solle Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping um Unterstützung beim Schulbau bitten.

Hoffnung auf Unterstützung aus China

Wie die Zeitung Moscow Times berichtet, äußern die Einwohner diesen Vorschlag in einem gemeinsamen Schreiben. Darin regen sie an, die geplante Schule könne im Zeichen der kulturellen Zusammenarbeit mit China entstehen. Die Verfasser betonen sogar, sie seien „bereit, mit dem Chinesischlernen zu beginnen“.

Tausende Schüler ohne Schule vor Ort

Hintergrund des Appells ist die angespannte Bildungssituation in Berjosowy. Nach Angaben der Bewohner leben dort rund 2.000 schulpflichtige Kinder. Da es vor Ort keine eigene Schule gibt, müssen viele Schüler täglich in benachbarte Orte pendeln. Die dortigen Bildungseinrichtungen gelten jedoch als überlastet. Die langen Anfahrtswege durch abgelegene Gebiete kosten Familien viel Zeit und sind meist nur mit Bus oder Auto zu bewältigen.

Kritik an staatlichen Prioritäten

Zugleich wächst der Unmut über die staatliche Prioritätensetzung. Einige Einwohner kritisieren, dass Mittel für Infrastrukturprojekte in Moskau oder für Schulbauten im Ausland bereitgestellt würden, während ihr eigenes Projekt seit Jahren nicht vorankomme.

Baustopp trotz früher Ankündigungen

Eine Schule mit Platz für 1.500 Schüler war ursprünglich bereits für das Jahr 2021 angekündigt worden. Laut dem Bericht begann der Bau jedoch erst im vergangenen Jahr und wurde kurz darauf wieder eingestellt. Nach Angaben der Anwohner habe die Regionalverwaltung erklärt, dass der Haushalt in den kommenden zwei Jahren keine finanziellen Mittel für das Vorhaben vorsehe.

Symbol für regionale Probleme

Der Fall verdeutlicht die Herausforderungen vieler Regionen Russlands, in denen dringend benötigte Infrastrukturprojekte aufgrund fehlender Finanzierung oder anderer staatlicher Prioritäten nur schleppend umgesetzt werden.

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