Vom Flughafen zur Zukunftswerkstatt: Tegels Terminal A wird Hochschulcampus

Wo früher Millionen Passagiere ihre Reisen antraten, entsteht in den kommenden Jahren ein moderner Hochschulstandort für Forschung, Lehre und Innovation. Mit dem offiziellen Spatenstich beginnt der Umbau des denkmalgeschützten Terminal A des ehemaligen Flughafens Berlin-Tegel…

3. August 2026
Adobe Stock

Wo früher Millionen Passagiere ihre Reisen antraten, entsteht in den kommenden Jahren ein moderner Hochschulstandort für Forschung, Lehre und Innovation. Mit dem offiziellen Spatenstich beginnt der Umbau des denkmalgeschützten Terminal A des ehemaligen Flughafens Berlin-Tegel zum neuen Campus der Berliner Hochschule für Technik (BHT). Das Projekt bildet einen zentralen Baustein der „Urban Tech Republic“ und steht beispielhaft für die nachhaltige Umnutzung bestehender Großbauten.

Adobe Stock

Ein Flughafen erhält eine neue Aufgabe

Nach der Schließung des Flughafens Berlin-Tegel im Jahr 2020 beginnt nun ein neues Kapitel für das markante sechseckige Terminalgebäude. Statt Abflugtafeln und Check-in-Schaltern werden künftig Hörsäle, Labore, Seminarräume und Forschungsflächen das Gebäude prägen. Mit dem symbolischen Spatenstich wurde Ende Juli 2026 der offizielle Start für den umfangreichen Umbau eingeläutet.

Der neue Campus wird Teil der Berliner Hochschule für Technik (BHT) und soll Platz für rund 2.400 Studierende sowie zahlreiche Lehrende und Forschende bieten. Das historische Terminal bleibt dabei weitgehend erhalten und wird behutsam an die Anforderungen eines modernen Hochschulbetriebs angepasst. Ziel ist es, den architektonischen Charakter des Gebäudes zu bewahren und gleichzeitig zeitgemäße Lern- und Arbeitsbedingungen zu schaffen.

Die Fertigstellung der Hauptbaumaßnahmen ist für das Jahr 2032 vorgesehen. Bis dahin entsteht Schritt für Schritt ein Hochschulstandort, der Forschung, Lehre und Innovation an einem Ort zusammenführt.

Denkmalgerechter Umbau mit modernen Anforderungen

Die Umgestaltung des ehemaligen Flughafens stellt Planende und Bauverantwortliche vor besondere Herausforderungen. Das Terminal A steht unter Denkmalschutz und gilt als eines der bekanntesten Beispiele der deutschen Flughafenarchitektur der 1970er Jahre. Deshalb müssen viele charakteristische Bauteile und Raumstrukturen erhalten bleiben, während gleichzeitig moderne Gebäudetechnik, Barrierefreiheit und energieeffiziente Standards integriert werden.

Im Inneren entstehen flexibel nutzbare Hörsäle, Seminarräume, Werkstätten und Laborflächen. Ergänzt werden diese durch Bürobereiche, eine Mensa sowie gemeinschaftlich nutzbare Aufenthaltszonen. Auch die Außenbereiche des ehemaligen Flughafens werden neugestaltet und in den zukünftigen Campus eingebunden.

Der Umbau zeigt beispielhaft, wie Bestandsgebäude nachhaltig weiterentwickelt werden können. Anstatt einen kompletten Neubau zu errichten, wird vorhandene Bausubstanz genutzt und an neue Anforderungen angepasst. Dadurch werden Ressourcen geschont und gleichzeitig ein bedeutendes Bauwerk der Berliner Architekturgeschichte erhalten.

Herzstück der Urban Tech Republic

Der neue Hochschulcampus ist weit mehr als ein einzelnes Bauprojekt. Er bildet das Zentrum der sogenannten „Urban Tech Republic“, die auf dem ehemaligen Flughafengelände entsteht. Auf dem rund 500 Hektar großen Areal entwickelt Berlin in den kommenden Jahren einen Forschungs-, Innovations- und Wirtschaftsstandort mit Unternehmen, Start-ups und wissenschaftlichen Einrichtungen.

Die Berliner Hochschule für Technik übernimmt dabei eine Schlüsselrolle. Forschungsschwerpunkte wie nachhaltiges Bauen, Mobilität, Digitalisierung, Energieversorgung und intelligente Stadtentwicklung sollen künftig direkt mit Unternehmen und Forschungseinrichtungen auf dem Gelände vernetzt werden. Kurze Wege zwischen Wissenschaft und Wirtschaft schaffen ideale Voraussetzungen für interdisziplinäre Zusammenarbeit und den Transfer neuer Technologien in die Praxis.

Mit der Umnutzung des ehemaligen Flughafens entsteht somit nicht nur ein neuer Hochschulcampus, sondern ein Ort, an dem Zukunftsthemen erforscht und entwickelt werden. Das Projekt verbindet den Erhalt eines architektonisch bedeutenden Gebäudes mit den Anforderungen einer modernen Wissensgesellschaft und zeigt, wie sich ehemalige Infrastrukturen erfolgreich in lebendige Bildungs- und Innovationsstandorte verwandeln lassen.

Das könnte Sie auch interessieren

Newsletter abonnieren

Jetzt abonnieren und keine Neuigkeiten zur Messe SCHULBAU verpassen – natürlich unverbindlich!

Ein Fehler ist aufgetreten, bitte versuchen Sie es erneut.
Wir haben Ihnen eine Email zur Bestätigung der Anmeldung gesendet.