Viel Licht, viel Freiraum

Im Kopenhagener Stadtteil Sydhavn zeigt eine Schule, wie man eine besondere Lage zwischen Stadt und Natur, Wasser und Verkehrsstraßen mit einer einladenden Architektur verknüpft und damit die Nachbarschaft belebt. Um die kontinuierlich wachsende Bevölkerung Kopenhagens…

24. August 2026
© Torben Eskerod

Im Kopenhagener Stadtteil Sydhavn zeigt eine Schule, wie man eine besondere Lage zwischen Stadt und Natur, Wasser und Verkehrsstraßen mit einer einladenden Architektur verknüpft und damit die Nachbarschaft belebt.

Um die kontinuierlich wachsende Bevölkerung Kopenhagens aufzunehmen, wird seit Jahren gebaut. Nach und nach schließen sich die Baufelder auf ehemaligen Hafenarealen nördlich und südlich des Stadtzentrums. So auch auf einer Halbinsel in Sluseholmen im Stadtteil Sydhavn (Südhafen), wo eine öffentliche Schule die fünf- bis sechsgeschossigen Wohn- und Bürobauten ergänzt. Das Büro JJW Architects mit Sitz in der dänischen Hauptstadt entwarf das Gebäude als einladendes Haus, das sich zur Nachbarschaft und zum Wasser hin öffnet. 

Die Schule liegt am höchsten Punkt einer Hauptverkehrsstraße, wo ein Parkhaus mit einer Sporthalle ein Schutzschild gegen den Lärm bildet. Von hier aus fällt die Schule terrassenförmig zum Ankunftsbereich hin ab, wo jedes Stockwerk sowohl Jahrgangsstufen als auch Aktivitäten trennt, aber gleichzeitig durch ein Bewegungssystem verbunden ist, das Innen- und Außenbereich auf allen Ebenen miteinander verknüpft. Die Fassaden sind sehr schlicht gehalten und mit senkrechten Holzleisten verkleidet. 

© Torben Eskerod

Schule mit Terrassen bietet Raum für Bewegung

Auf der Eingangsebene befinden sich mehrere offene Plätze, die auch für andere Veranstaltungen des Stadtteils genutzt werden können. Von hier aus gelangt man nach oben ins Gebäude, wo das Tageslicht aus mehreren Richtungen für eine freundliche Atmosphäre sorgt, da die Schule über drei Atrien verfügt, die die einzelnen Etagen strukturieren. Das Erdgeschoss ist dreigeteilt: Ein langer Raumstrang, im unteren Drittel abgeknickt, erstreckt sich von Nordwesten nach Süden. Er fasst eine breite verglaste Passage mit einem Atrium im Westen und der Pausenhalle im Süden. Ein zweiter Raumstrang mit verglaster Vorzone, in der sich die Kantine befindet, schließt südwestlich an. Auf den oberen Etagen verkürzt sich zunächst der südliche, einem schmalen Hafenbecken zugewandte Gebäudefinger. Das Dach ist hier als breite hölzerne Freitreppe mit unterschiedlich ausgerichteten Anstiegen ausgebildet. 

Die oberen Etagen kragen über den verglasten Eingangsbereich aus und bieten Witterungsschutz. Im Erdgeschoss befinden sich außer der Kantine mit Schulküche die Fachräume für Naturwissenschaften und Musik. Zur Einbindung der Nachbarschaft werden Musik- und Kochkurse für alle angeboten. Das erste Obergeschoss teilen sich Verwaltung sowie Lehrer*innen und Erzieher*innen. Die Klassen 1 – 3 sind im zweiten, die Klassen 4 – 7 im dritten und die ältesten Schüler*innen im vierten Obergeschoss untergebracht; jede Altersgruppe erhielt einen eigenen Freibereich auf dem Dach. Offene Raumzonen dienen mal als Spiel- und Begegnungsfläche, mal als Lern- und Ruheorte. Die 

Nachhaltig Bauen mit robusten Materialien

Die Schule im Südhafen ist als ein vielfältiger Erlebnisraum konzipiert, der als Anziehungspunkt innerhalb des Quartiers das städtische Umfeld unmittelbar aufwertet, aber auch langfristig wirken soll. Die Räume sollen bei den Kindern Neugier wecken und die Lust am Lernen fördern – und zwar unter Einbindung des sozialen Umfelds. Aus diesem Grund steht es allen Interessierten offen, am Bildungsangebot teilzunehmen oder die Außen- und Innenräume mitzunutzen.Beim Bau achtete man auf die Verwendung robuster, dauerhafter Materialien und einen minimierten Energieverbrauch. Die Schule entspricht dem dänischen Niedrigenergiestandard. Durch das Atrium gelangt viel Tageslicht ins Gebäude, zudem ermöglicht es solare Wärmegewinnung und eine natürliche Ventilation der anliegenden Klassenräume. Es ist als Stahlbetonbau mit einer vorgehängten Fassade aus beschichteten Mineralwolletafeln errichtet. Diese bieten einen höchst wirksamen Wärmeschutz, sind nicht brennbar, dauerhaft und recycelbar. Die leichten, dennoch stabilen Fassadenplatten sind auf einer Unterkonstruktion aus Metall befestigt. Das zum Teil begrünte Dach ist als Freigelände maximal genutzt, auf der obersten Dachfläche erzeugen Photovoltaikmodule Solarstrom. Ein entscheidender Faktor bei der Ausgestaltung der Innenraumoberflächen war die Akustik. Große Wandteile des Atriums und der Pausenhalle sind zur Schallabsorption und -streuung mit profilierten Kiefernholzplatten bekleidet, kombiniert mit perforierten metallischen Akustikpaneelen an den Decken. 

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