Auferstanden aus einer Brandruine

Nach einem schweren Brand wurde die St. Michael Grundschule im Ortsteil Reichswalde der Stadt Kleve umfassend erneuert und erweitert. Ein wesentliches Merkmal ist eine umweltfreundliche Holzbauweise Seit Beginn des Schuljahres 2025 nutzen rund 200 Schüler*innen sowie…

10. August 2026
© Brüninghoff

Nach einem schweren Brand wurde die St. Michael Grundschule im Ortsteil Reichswalde der Stadt Kleve umfassend erneuert und erweitert. Ein wesentliches Merkmal ist eine umweltfreundliche Holzbauweise

Seit Beginn des Schuljahres 2025 nutzen rund 200 Schüler*innen sowie zwölf Lehrkräfte die modernen und nachhaltig errichteten Räume. Der Neubau ersetzt nicht nur die zerstörten Mehrzweckräume, sondern ergänzt die Schule um einen Verwaltungsbereich und zusätzliche Unterrichtsflächen für steigende Schüler*innenzahlen. Es entstanden vier Klassenräume, zwei Inklusionsräume, zwei Differenzierungsräume, ein Lehrer*innenzimmer, ein Sekretariat, ein Büro für die Schulleitung sowie moderne WC-Anlagen.

Während der Verwaltungstrakt eingeschossig ausgeführt ist, umfasst der Klassenbereich zwei Geschosse. Die Generalplanung – von der Architektur bis technischen Gebäudeausrüstung – übernahm Plansite integral design & engineering, ein Tochterunternehmen der Brüninghoff Group. Die Arbeiten liefen parallel zum Schulbetrieb und erforderten eine enge Abstimmung mit der Schulleitung. 

© Brüninghoff

Geschossdecken mit 
Holzplatten aus Sperrholz
Die Primärkonstruktion basiert auf einer Holzrahmenbauweise auf einem Betonsockel. Vorgefertigte Wand- und Deckenelemente ermöglichten eine schnelle, ressourcenschonende Montage und reduzierten zugleich die Lärmbelastung auf der Baustelle. Die tragenden Wände bestehen aus 24 Zentimeter starken Holzrahmenbauelementen mit Mineralwolledämmung und einer Holzfaserdämmplatte. Eine hinterlüftete, vorvergraut gestrichene Holzfassade schützt dauerhaft vor Witterungseinflüssen.

Für die Geschossdecken kamen Brettsperrholzplatten zum Einsatz. Die Elemente erreichten Längen von bis zu elf Metern und wurden bereits im Werk mit Schutzfolie versehen. Vor Ort mussten lediglich die Fugen verklebt werden, um den Witterungsschutz sicherzustellen. Das extensiv begrünte Dach verfügt über eine Gefälledämmung, Drainageschicht und eine wurzelfeste Folie. Farblich akzentuierte Aluminiumelemente und beschichtete Fallrohre setzen gestalterische Akzente.

Photovoltaikanlage deckt 
Großteil des Strombedarfs 
Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist das nachhaltige Energiekonzept. Eine Photovoltaikanlage deckt einen großen Teil des Strombedarfs. Ergänzend sorgt eine Luft-Wasser-Wärmepumpe in Verbindung mit der Fußbodenheizung für effizientes Heizen und Kühlen. Jeder Klassenraum erhielt ein dezentrales Lüftungsgerät für Be- und Entlüftung sowie eine gleichmäßige Raumtemperierung. Die Wärmedämmung übertrifft die aktuellen Anforderungen der Energieeinsparverordnung deutlich. Zusätzlich verbessern spezielle Vorsatzschalen mit Federschienen den Schallschutz zwischen Klassenräumen und Fluren.

Die Klassenräume orientieren sich zum Schulhof und profitieren von großen Fensterflächen, die eine helle Lernatmosphäre schaffen. Verwaltungs- und Mehrzweckbereiche liegen zur Straßenseite hin und sorgen für eine klare Trennung der Nutzungen. Drei Übergänge verbinden den Neubau mit den bestehenden Gebäuden. Mit dem Ersatz- und Erweiterungsbau der St. Michael Grundschule entstand ein Vorzeigeprojekt für nachhaltigen Schulbau. Die Kombination aus Holzbauweise, moderner Energietechnik und funktionaler Architektur zeigt, wie sich ökologische Verantwortung und zeitgemäße Lernräume verbinden lassen. 

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