ISS „Am Breiten Luch“: Wie Architektur den Ganztag neu denkt
Compartments statt Flurschule Im Mittelpunkt des Entwurfs steht das Compartment-Schulprinzip, das hier konsequent umgesetzt wurde. Die Schule gliedert sich in überschaubare Lerncluster, die Unterrichtsräume, Teamflächen und gemeinschaftlich nutzbare Bereiche zu eigenständigen Einheiten zusammenfassen. Diese räumliche…

Compartments statt Flurschule
Im Mittelpunkt des Entwurfs steht das Compartment-Schulprinzip, das hier konsequent umgesetzt wurde. Die Schule gliedert sich in überschaubare Lerncluster, die Unterrichtsräume, Teamflächen und gemeinschaftlich nutzbare Bereiche zu eigenständigen Einheiten zusammenfassen. Diese räumliche Organisation fördert kurze Wege, erleichtert die Zusammenarbeit im Kollegium und schafft Lernumgebungen, die sich an den Anforderungen zeitgemäßer Pädagogik orientieren.
Anstelle langer, anonymer Flure entstehen identitätsstiftende Lernnachbarschaften, in denen unterschiedliche Unterrichts- und Arbeitsformen selbstverständlich nebeneinander stattfinden können. Die Architektur unterstützt damit nicht nur den Unterricht, sondern prägt auch das soziale Miteinander innerhalb der Schule.
Erschließung als Aufenthaltsraum
Besonders bemerkenswert ist der Umgang mit den Erschließungsflächen. Während Flure und Treppenhäuser im klassischen Schulbau meist ausschließlich der Bewegung dienen, werden sie am Breiten Luch als integraler Bestandteil des pädagogischen Konzepts verstanden. Laubengänge, Terrassen, Verbindungsstege und die zentrale Treppenanlage bieten Raum für Begegnung, informellen Austausch oder selbstständiges Arbeiten.
Gerade für Ganztagsschulen ist dieser Ansatz von großer Bedeutung. Schülerinnen und Schüler verbringen einen Großteil ihres Tages im Schulgebäude und benötigen vielfältige Aufenthaltsmöglichkeiten außerhalb des Unterrichts. Die Übergänge zwischen Lernen, Pause und Kommunikation werden fließend, wodurch die Schule als Lebensraum an Qualität gewinnt. Verkehrsflächen werden so zu nutzbaren Freiräumen – ein Ansatz, der in der Schulbauplanung zunehmend an Bedeutung gewinnt.
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Mit der ISS „Am Breiten Luch” ist somit weit mehr als ein funktionaler Schulneubau entstanden. Das Projekt zeigt exemplarisch, wie räumliche Organisation, Aufenthaltsqualität und städtebauliche Einbindung zu einer Architektur verschmelzen können, die den Anforderungen zeitgemäßer Bildung gerecht wird. Gerade die konsequente Umsetzung des Compartmentschulprinzips, die intelligente Reaktion auf den schwierigen Standort und die Aufwertung der Erschließungsflächen zu echten Aufenthaltsräumen machen den Neubau aus fachlicher Sicht besonders interessant.
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