Rückblick auf SCHULBAU Köln
Was für zwei Tage in Köln! Am 30. September und 01. Oktober 2026 zeigte die SCHULBAU Köln im Palladium wie viel Energie, Gestaltungsfreude und gemeinsamer Anspruch im Bildungsbau steckt.

Energie, Austausch und neue Wege für gute Schulen
Auftakt in Köln voller Energie
Schon beim Betreten des Palladiums war zu spüren, wie groß der Bedarf ist – und wie entschlossen alle daran arbeiten, die bestmöglichen Lernorte für Kinder und Jugendliche zu schaffen. Wir alle stehen vor denselben Fragen: Wie gewinnen wir Flächen? Wie organisieren wir Prozesse klug und vorausschauend? Und wie gestalten wir Räume, die neue Pädagogik, Ganztag und Klimaanpassung wirklich unterstützen?
Unsere Messe hat wieder gezeigt: Dieser Austausch wird dringend gebraucht und aktiv gesucht. Der Besucherandrang übertraf alle bisherigen SCHULBAU‑Rekorde. Zwischen Ständen, Vorträgen und Gesprächen entstand dieses besondere Gefühl, dass alle Beteiligten wirklich miteinander arbeiten – Architekt:innen, Schulträger, Pädagog:innen, Verwaltung, Bauwirtschaft. Bis in die Blaue Stunde hinein wurde gefragt, diskutiert, gelacht, vernetzt.
Tempo beginnt lange vor der Baustelle
„Personal, Geld, Fläche oder alle drei?“ – die Frage von Jens Rauber, Geschäftsführer der Kölner Schulbaugesellschaft, brachte einen Kernpunkt auf den Tisch. Denn schnellerer Schulbau entsteht nicht erst auf der Baustelle. Er beginnt viel früher: bei klaren Zuständigkeiten, gesicherten Grundstücken, einer verlässlichen Finanzierung und Vergabestrukturen, die ineinandergreifen.
Vorfertigung und Holzmodulbau können Tempo bringen, etwa wenn Produktion und Baustellenvorbereitung parallel laufen. Gleichzeitig wurde deutlich: Wer schnell baut, muss langfristig denken. Schulen müssen sich erweitern, verändern und an neue pädagogische und klimatische Anforderungen anpassen lassen.
Und: Der Bestand ist kein Nebenprojekt. Viele Kommunen können nicht einfach neu bauen. Bestehende Schulen weiterzuentwickeln, umzunutzen und räumlich neu zu organisieren wird dort entscheidend, wo Flächen und Budgets knapp sind. Besonders inspirierend waren Beispiele, wie wenig genutzte Bereiche zu echten Lern-, Aufenthalts- oder Begegnungsorten werden können.
Wie Räume das Lernen mitgestalten
In Köln bekam der oft zitierte „Raum als dritter Pädagoge“ ein sehr konkretes Gesicht. Wenn Lernen nicht mehr nur frontal stattfindet, brauchen Schulen Orte für Gruppenarbeit, Rückzug, Bewegung und Begegnung.
Und dann der Ganztag: Seit August 2026 gilt der Rechtsanspruch für neu eingeschulte Kinder, bis 2029/30 für alle Grundschuljahrgänge. Das verändert Schulen – räumlich und atmosphärisch. Sie werden zu Lebensorten, mit Anforderungen an Essen, Freizeit, Ruhe, Bewegung und unterschiedliche Lernformen.
Mehrfach fiel das Stichwort Phase Null: die frühe gemeinsame Klärung dessen, was eine Schule pädagogisch und räumlich braucht. Köln und Düsseldorf zeigten eindrucksvoll, wie viel schneller und klarer Projekte werden, wenn Schulen, Schulträger, Verwaltaung und Planung früh zusammenkommen.
Klimafit – und bitte auch schön
Klimaanpassung wurde in Köln konkret. Heiße Sommer, überhitzte Klassenräume, Starkregen – all das ist längst Realität. Verschattung, Begrünung, Materialien mit guten wärme- und feuchteregulierenden Eigenschaften, Nachtauskühlung, Regenwasserrückhaltung: Die Beispiele zeigten, wie viel möglich ist, wenn Klimaanpassung nicht als Zusatz, sondern als Grundprinzip gedacht wird.
Und dann dieser Satz von Prof. Christian Heuchel, der hängen blieb: „Lass uns schöne Schulen bauen.“
Ein Satz, der unter dem Fokus auf Tempo und Wirtschaftlichkeit fast befreiend wirkte. Denn Atmosphäre, Identifikation und architektonische Qualität sind kein Luxus. Sie sind Teil guter Bildung.
Voneinander lernen – über Stadtgrenzen hinweg
Der zweite Messetag zeigte, wie unterschiedlich Kommunen ähnliche Herausforderungen lösen. Düsseldorf mit einer langfristig organisierten Schulbauoffensive, Dortmund mit neuen Wegen in Standardisierung und Vergabe, Wuppertal mit starken Perspektiven auf Bestand und Beteiligung.
Es ging nicht darum, Modelle zu kopieren. Sondern darum, voneinander zu lernen: Was funktioniert anderswo – und was davon passt zu den eigenen Bedingungen?
Genau darin liegt die besondere Stärke der SCHULBAU: Gute Lösungen müssen nicht an Stadt- oder Ländergrenzen enden.
„Hallo Amt!“ – direkt ins Gespräch kommen
Wie unkompliziert Austausch sein kann, zeigte auch das neue Format „Hallo Amt!“, das auf der SCHULBAU Köln Premiere feierte und auf großes Interesse stieß. An ausgewählten Treffpunkten auf der Messe konnten Besucher direkt mit Vertretern von Kommunen, Ämtern und Behörden ins Gespräch kommen – ohne feste Termine und große Hürden. Hier war Raum für konkrete Fragen, neue Kontakte und den Austausch über aktuelle Herausforderungen im Schulbau. Ein Format, das Nähe schafft und die Menschen zusammenbringt, die Bildungsbau gemeinsam voranbringen.
Raus aus dem Palladium, rein in die Praxis
Der Abschluss hätte kaum besser passen können. Bei der Exkursion zur Gesamtschule Ossendorf wurden viele Themen der Messe greifbar: Holz-Beton-Hybridbauweise, Lernhausstrukturen, begrünte Dächer, Fassaden, Hitzeschutz, Regenwasserrückhaltung. Aus Diskussionen wurden Räume, aus Ideen ein gebauter Ort.
Danke, Köln – und weiter nach Berlin
Danke an alle, die unsere SCHULBAU Köln mit Projekten, Erfahrungen, Fragen, neuen Ideen und so vielen intensiven Gesprächen gefüllt haben. Es war großartig mit euch – und wir nehmen eine Menge aus Köln mit.
In Berlin knüpfen wir daran an – mit vielen neuen Stimmen, frischen Perspektiven und natürlich auch vertrauten Gesichtern, die den Austausch so wertvoll machen.















Statements von der Messe:

© Florian Kretzschmar
„Ein Tag mit hochwertigen Beiträgen, vielen guten Gesprächen und konkreten Projektideen, die wir nun gemeinsam umsetzen wollen. Mit ihrem Exkursionsprogramm und den Begegnungen vor Ort verbindet die SCHULBAU Horizonterweiterung und Vernetzung. Gute Schulen entstehen dort, wo Schulentwicklung und Schulbau zusammen gedacht werden und wo verschiedene Professionen multiperspektivisch und gemeinsam daran arbeiten. Die SCHULBAU bringt diese Menschen zusammen und zeigt mit der Exkursion, was möglich ist.“
Florian Kretzschmar, Lern•RAUM•Entwickler Brilon, NRW

© Georg Salomon
Die Resonanz auf die Vorstellung unseres Projekts „Pädagogische Architektur“ bei der Eröffnung der Schulbau-Messe in Köln war wirklich toll. Der anschließende direkte Dialog mit Schulträgern, Architektinnen und Pädagogen vor Ort hat einmal mehr gezeigt: Schule muss heute völlig neu gedacht werden. Der größte Nutzen der Messe liegt für uns im praxisnahen Austausch und der Vernetzung mit unterschiedlichsten Akteuren im Schulbau. Die gewonnenen Eindrücke und das positive Feedback sind für uns Rückenwind bei der gezielten Unterstützung nordrhein-westfälischer Schulen und Schulträger, damit durch zukunftsfähige Gestaltung Lernräume in Lebensräume verwandelt werden.
Georg Salomon, Dipl.-Ing. Arch, Landesinstitut für Schule des
Landes Nordrhein-Westfalen

© Philipp Stranzinger
„Die SCHULBAU in Köln hat für uns gezeigt, wie wertvoll der gemeinsame Austausch über die Schule von morgen ist. Hier kommen Menschen zusammen, die Verantwortung übernehmen und unsere Bildungsräume aktiv mitgestalten. Als Schweizer Familienunternehmen mit langer Tradition haben wir uns besonders gefreut, über Raumhygiene und Akustik in Klassenzimmern sprechen zu dürfen. Gute Lernräume helfen Kindern, sich wohlzufühlen und konzentriert zu lernen. Gleichzeitig unterstützen sie unsere Lehrkräfte, deren anspruchsvolle Arbeit für die Zukunft unserer Kinder besondere Anerkennung und Respekt verdient. Wer gute Schulen gestaltet, schafft Raum für erfolgreiches Lernen und Lehren.“
Philipp Stranzinger, Verkaufsleiter Deutschland Nord

© Domeniceau
„Schulbau ist eine der drängenden Planungs- und Bauaufgaben unserer Zeit – nicht allein in Verantwortung gegenüber der jungen Generation. Kommunen, Länder und Bund investieren hier große Summen. Der SCHULBAUSALON ist ein wichtiger Treffpunkt für alle Beteiligten, um gute Wege der Vergabe und qualitätvolle Schulbauten zu diskutieren. Die Architektenkammer NRW ist gerne Partnerin dieses inspirierenden Formats.“
Gesche Arns-Büsker, Vizepräsidentin der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen

