Vision mit viel Bodenhaftung 

In einer Kooperation aus dänischen und chinesischen Architekten entsteht in Beijing ein Kunstmuseum, das sich als Schmelztiegel für viele Kunstformen versteht. Und eine enge Verbindung zur Landschaft sucht Das norwegische Architekturbüro Snøhetta hat in Zusammenarbeit mit dem Beijing Institute…

20. Juli 2026
Snøhetta
© Proloog

In einer Kooperation aus dänischen und chinesischen Architekten entsteht in Beijing ein Kunstmuseum, das sich als Schmelztiegel für viele Kunstformen versteht. Und eine enge Verbindung zur Landschaft sucht 

Das norwegische Architekturbüro Snøhetta hat in Zusammenarbeit mit dem Beijing Institute of Architectural Designden Wettbewerb für den Entwurf des Beijing Art Museum im Tongzhou-Distrikt in Beijing gewonnen. Auf einer Fläche von über 110.000 Quadratmetern soll das Museum eine große Vielfalt an Kunstformen präsentieren – von bildender Kunst und immateriellem Kulturerbe bis hin zu Modedesign und zeitgenössischer Kunst. 

Durch die Verbindung historischer Traditionen mit moderner Kreativität soll das Museum zu einem neuen Wahrzeichen in Beijings florierender Kunst- und Kulturszene werden. Neben seiner Funktion als kulturelles Zentrum wird es auch als öffentlicher Treffpunkt für die lokale Gemeinschaft sowie als Impulsgeber für die neue Stadtentwicklung in der Umgebung dienen.

Der Entwurf basiert auf dem Konzept der „Vision“ und bringt damit die doppelte Zielsetzung des Museums zum Ausdruck: zu sammeln und zu bewahren sowie auszustellen und sichtbar zu machen. Das Museum ist nicht nur als Hüter und Kenner von Kultur und Wissen gedacht, sondern auch als Katalysator, der den Akt des Betrachtens zu einer ästhetischen Erfahrung erhebt. Das Beijing Art Museum versteht sich als Schmelztiegel pluralistischer Ausdrucksformen und vielfältiger Wahrnehmungen – ein Ort, an dem unzählige Visionen nebeneinander existieren und gedeihen können. Die Idee der „Vision“ soll diesen Reichtum aufnehmen – wie ein Ozean, der die Zuflüsse von Gedanken und Vorstellungskraft sammelt.

Kunstzentrum und Verkehrsknotenpunkt 

Über einer Metrolinie positioniert, fungiert das Museum zugleich als Verkehrsknotenpunkt und verbindet Besucher direkt mit der Welt der Kunst. Seine skulpturale Gebäudemasse strahlt von einem zentralen Kern nach außen, während linsenartige, wellenförmige Fassaden die Grenzen zwischen Gebäude und Landschaft auflösen und so einen dynamischen öffentlichen Raum schaffen, der die lokale Gemeinschaft einbindet. 

Das Design vereint programmatische Komplexität mit vielfältigen Nutzererfahrungen und gewährleistet Flexibilität sowie Inklusivität.Im Herzen des Museums befindet sich ein kaleidoskopisches Atrium mit verschiedenen Funktionsbereichen. Dieser kreisförmige Raum verfügt über halb offene Bereiche für Ausstellungen und soziale Interaktion auf mehreren Ebenen und schafft vertikale Verbindungen sowie räumliche Kontinuität im gesamten Gebäude.

© Proloog

Strahlenförmig dehnt sich die Architektur aus 

Galerien und Depots winden sich spiralförmig um das Atrium und erweitern sich in blütenblattartige Volumen, die Panoramablicke auf die Umgebung bieten. Dadurch entsteht ein spannungsreicher Kontrast zwischen dem Blick nach außen und dem Gefühl, selbst gesehen zu werden. Die Landschaftsgestaltung ist als organische Erweiterung der strahlenförmigen Architektursprache des Gebäudes konzipiert und entfaltet sich in großzügige öffentliche Räume, die Skulpturen, Dialoge und Aktivitäten im Freien ermöglichen. Sie ist nicht bloß Ergänzung, sondern räumliches Kontinuum – ein Ort, an dem Architektur, Landschaft und Innenraum zu einem einheitlichen kulturellen Gesamtbild verschmelzen.

Nachhaltigkeit ist integraler Bestandteil des Beijing Art Museum. Photovoltaikmodule auf dem Dach sowie ein widerstandsfähiges Landschaftskonzept mit Wassermanagementstrategien nach dem Prinzip der „Schwammstadt“ schaffen ein harmonisches Gleichgewicht zwischen Architektur und Ökologie.

Die Eröffnung ist für 2029 geplant.

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