Berlin als Reallabor für die nachhaltige Transformation von Bildungsbauten

Wie bestehende Bildungsbauten nachhaltig weiterentwickelt werden können, ist eine der zentralen Herausforderungen für Schul- und Hochschulträger. Das Reallabor „Transfor:Mathe“ der TU Berlin untersucht diese Frage am Beispiel eines sanierungsbedürftigen Mathematikgebäudes aus den 1980er-Jahren. Die dort…

16. Juni 2026
Pexels auf Pixabay

Wie bestehende Bildungsbauten nachhaltig weiterentwickelt werden können, ist eine der zentralen Herausforderungen für Schul- und Hochschulträger. Das Reallabor „Transfor:Mathe“ der TU Berlin untersucht diese Frage am Beispiel eines sanierungsbedürftigen Mathematikgebäudes aus den 1980er-Jahren. Die dort entwickelten Ansätze sind auch für den Schulbau von großer Bedeutung, da sie zeigen, wie bestehende Gebäude ressourcenschonend an heutige Anforderungen angepasst werden können.

Bestand erhalten, Nutzung optimieren

Im Fokus stehen Strategien, die den Erhalt der vorhandenen Bausubstanz mit einer Verbesserung von Nutzung, Energieeffizienz und Aufenthaltsqualität verbinden. Dazu gehören suffiziente Nutzungskonzepte, die eine bedarfsgerechte und flexible Nutzung von Flächen ermöglichen und dadurch Ressourcen sowie Betriebskosten einsparen. Gleichzeitig verfolgt das Projekt einen minimalinvasiven Sanierungsansatz, bei dem die vorhandene Bausubstanz möglichst erhalten und Eingriffe auf das notwendige Maß beschränkt werden.

Low-Tech als Zukunftsstrategie

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Low-Tech-Lösungen für den Gebäudebetrieb. Statt auf komplexe technische Systeme zu setzen, werden passive Maßnahmen wie außenliegender Sonnenschutz, natürliche Lüftung, die Optimierung der Gebäudehülle und die Nutzung der thermischen Speichermasse vorhandener Bauteile untersucht. Ziel ist es, Energieverbräuche zu reduzieren und gleichzeitig ein gesundes und komfortables Innenraumklima zu schaffen.

Räume für Begegnung und Identität

Darüber hinaus betont das Reallabor die Bedeutung von sozialen Freiräumen und baukulturellen Qualitäten. Bestehende Gebäude verfügen häufig über räumliche Potenziale und identitätsstiftende Merkmale, die durch gezielte Anpassungen gestärkt werden können. Für Schulen bedeutet dies, Lern- und Aufenthaltsorte nicht nur funktional, sondern auch als Orte der Begegnung und Gemeinschaft weiterzuentwickeln.

Impulse für den Schulbau der Zukunft

Das Projekt macht deutlich, dass nachhaltiger Bildungsbau nicht zwangsläufig Neubau bedeutet. Vielmehr bietet die intelligente Transformation des Bestands erhebliche Potenziale für Klimaschutz, Ressourcenschonung und die langfristige Sicherung qualitätsvoller Lernumgebungen. Damit liefert „Transfor:Mathe“ wichtige Impulse für einen zukunftsfähigen Umgang mit Schulgebäuden.

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